Poesie und mehr

Im Schatten des Scheiterhaufens
bereitest Du ein feuriges Lager
Dir und Deiner glühend heiß begehrten Dame
bei dem die Decken nur verhüllen
und nicht wärmen.
Klammheimlich stahl sie sich aus ihrer Kemenate
den Schlüssel ihres Keuschheitsgürtels fest in ihrer Hand.
Die Hitze steigt allein durch Eure Nähe
und lässt im Schein des Feuers
unschuldig noch
die Wangen leicht erröten.

♪♪ Erna Schabulski bei ALDI an der Kasse
Erna Schabulski die Frau die find ich klasse ♪♪

Entnervt springe ich auf. Ich hatte doch ausdrücklich daum gebeten, nicht gestört zu werden, schließlich weiß er doch, wie schwer es ist, wahrhaft große Poesie zu schaffen. Energisch hämmere ich gegen die Tür und brülle hinaus: „Mach die Scheißmusik endlich leise, sonst komm ich dir da rein und dann ist Panhas am Schwenkmast!!!“ Die Musik geht augenblicklich aus.
Na bitte.

Erhitzt seid Ihr, wie auch der Met
der sanft durch eure Kehlen rinnt.
Ihr müht vergeblich Euch
um Contenance,
die zarte Stirn der holden Maid
an Deine Schulter
sanft gelehnt.
Da!
Hoch aufgerichtet,
auf seines treuen Schlachtross‘ Rücken
stürmt er herbei, des Weibes Herr,
lässt Burggraben und Zugbrücke weit hinter sich!

♪♪Erna Schabulski bescheißt beim Wechselgeld
Erna Schabulski ist nich von dieser Welt ♪♪

Wutentbrannt stürme ich in das Zimmer. Er sitzt da, mit seinen Freunden, großkotzig noch, aber das wird ihm gleich vergehen, dafür sorge ich: „Du gottverdammter Scheißkerl, hängst hier mit deinen Kumpels ab! Geh lieber in dein Ein-Euro-Job malochen, sons meld ich dich bein Amt! Die warten da nur auf so faule Säcke wie dich! Und getz alle Mann raus hier, sons hol ich den Baseballschläger raus!“ Super, wie die rennen können. Nachdem das Gerümpel endlich raus ist, kann ich ja wohl nun endlich in Ruhe mich meinem Werk widmen.

Schon ist er da,
und mit entsetzten Blicken
sind eure Leiber bald schon
schmerzhalft schnell getrennt.
Warum nur ist er hier?
Er sollte doch zurzeit verweilen
Getreuer Vasall, der er doch ist,
an des Königs Tafel,
und dessen Barden
neue Lobesliedern beklatschen?
Das derangierte Dekolleté
der scheinbar braven Maid
bezeugt ein gänzlich anderes Verhalten
als das, was ihr dem Ritter nun
zum Besten geben wollt.

„Maaaaamaaaaaaaaaa!!!!!!!!!!!!!! Die Schantalle hat mich getreten, die blöde Schlampe, dieeeeeeee!!!!!!!!!!!!!!“

Im Nu bin ich draußen, knall Schantalle eine fürs Treten und zerre meine Juliette an den Haaren nach oben. Zwei Watschen kriegt sie um die Ohren, eine fürs Petzen und eine für den unmöglichen Ausdruck.
„Und nu setzte dich da hin und hältst deine freche Klappe, und rühr dich nich vonnen Fleck, sons hat dein Arsch gleich Kirmes!“
Ha! Da sitzt sie nun, ganz kleinlaut. Von wegen draußen das Maul weit aufreißen, sowas geht überhaupt nicht, und schon gar nicht, wenn ich gerade schreibe.

Der Edelmann, in voller Rüstung,
zückt ohne Zagen nun sein Schwert
will ihr damit zu Leibe rücken.
Du stellst dich voller Todesmut
in diesen endgültigen Weg,
empfängst den Hieb,
der ihr war zugedacht.
Nun liegst du dort in ihren Armen
und unter ihren tränenbleichen Wangen
hauchst du dein letztes Leben aus,
voll Glück:
Sie hat dich doch geliebt.

So. Nun noch schnell „performed by Hertha Schmitz“ drunter setzen und ab ins Forum damit. Damit stopfe ich allen Kritikern das Maul. Die Säcke. Von wegen, ich kanns nicht. Ha!
Und nun ein bisschen Musik zum Entspannen, und Juliette kann auch mal wieder raus, die Nachbarn haben ja mitbekommen, dass ich mich kümmer, und ihr sitzt der Denkzettel noch feste. So lehne ich mich zurück und schalte das Radio ein.

♪♪Erna Schabulski, die hat mir noch gefehlt♪♪

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